Wie rede ich mit meinem Kind am besten über die Trennung?

Wie rede ich mit meinem Kind am besten über die Trennung?

Von Christina Rinkl

Ich behaupte: Jedes Elternteil, das sich trennt, wird sich für immer an das Gespräch erinnern, das den eigenen Kindern die Trennung erklären soll. Mein Sohn war damals fünf Jahre alt und ich weiß es noch wie heute. Viele Eltern haben Angst vor diesem Gespräch, auch deshalb ist das Thema wichtig. Ich habe mich daher sehr über die Einladung in den “Pendelkinder-Podcast” von Verena Meye gefreut, um über das Thema zu sprechen. Dort und hier in diesem Blogartikel teile ich meine Tipps mit dir, wie du dich am besten auf dieses besondere Gespräch vorbereiten kannst.

Jeder, der sich getrennt hat und Kinder hat, weiß, dass das Trennungsgespräch ein ganz besonderer und für die meisten von uns ein sehr tragischer Moment ist. Ein Gespräch, um das wir Eltern und im Vorfeld viele Gedanken machen und das ist auch gut so. Ich erinnere mich selbst auch noch gut daran, wie ich meinem Sohn gemeinsam mit meinem Expartner von der Trennung erzählt habe. Und nein, das war für mich bestimmt kein einfacher oder schöner Moment.

Heute und hier im aktuellen Pendelkinder-Podcast habe ich unter anderem drei Tipps für dich:

  • Bereite dieses Gespräch gut vor und finde den richtigen Zeitpunkt
  • Sei klar und betone gleichzeitig das, was bleibt
  • Was du tust, ist langfristig wichtiger als das, was du sagst
1: Bereite das Gespräch gut vor und finde den richtigen Zeitpunkt

Das bedeutet, dass du erst mit deinem Kind sprichst, wenn die weitere Zukunft im Groben geklärt ist. Wenn du weißt, wer von euch beiden auszieht und wie die Betreuung deines Kindes geregelt sein wird. Wenn das nämlich noch gar nicht klar ist, wirst du dann Kind mit diesem Gespräch eher verunsichern.

Wenn ihr euch aber für die Trennung entschieden habt und wisst wohin die Reise geht, zögere das Gespräch mit deinem Kind bitte nicht heraus. Auch wenn es unangenehm ist. Denn dein Kind spürt sowieso, dass etwas los ist, Kinder haben ganz feine Antenne. Also sprich nicht erst mit dem Kind, wenn du schon die Koffer gepackt hast und dein ganzes Umfeld bescheid weiß – nur dein Kind noch nicht.

Such dir einen Moment, in dem du möglichst emotional stabil bist.

Ideal ist, wenn dein Ex-Partner ebenfalls bei diesem Gespräch dabei ist. Die Sache geht ja schließlich euch beide an und deswegen solltet ihr das auch gemeinsam eurem Kind besprechen.

Macht das in einer ruhigen Atmosphäre, auf keinen Fall zwischen Tür und Angel. Setzt euch am besten zusammen auf die Couch und sprecht ganz in Ruhe mit eurem Kind. Wenn dein Kind noch klein ist, nimm es auf den Schoß. Körperkontakt ist gut in diesem Moment, der wahrscheinlich für dich noch viel schwerer ist, als für dein Kind. Denn gerade wenn es noch klein ist, wird es das ganze Ausmaß noch nicht unmittelbar begreifen können.

2: Sei klar und betone gleichzeitig auch das, was bleibt

Gemeinsam mit deinem Ex-Partner kannst du dir vorher im Groben die Worte zurecht legen. Das muss keine perfekte Rede werden, darum geht es überhaupt nicht.

Es geht darum, dass du mit deinem Kind, vor allem wenn es noch
ein Kleinkind ist, in deinen eigenen verständlichen Worten über die
Trennung sprichst.

Verständliche Worte heißt, dass du etwas sagst, was dein Kind versteht. Du musst hier nicht über die genauen Hintergründe der Trennung sprechen.
Damit würdest du dein Kind überfordern und es würde vieles nicht
verstehen. Ein Kleinkind hat noch keine Vorstellung von Begriffen wie
Scheidung und Ehe zum Beispiel.

Wichtig ist, dass du keine Vorwürfe erhebst
und zum Beispiel nicht sagst: „Dein Papa hat sich in eine andere Frau
verliebt und zieht deswegen aus.“ Bei dem Gespräch sollte auf keinen
Fall Streit aufkommen.

Besser ist du sagst etwas wie: „Papa und ich streiten uns oft, das hast du ja
in der letzten Zeit leider manchmal mitbekommen. Wir haben uns deshalb
entschieden, dass es besser ist, wenn Papa und ich nicht mehr zusammen
wohnen. Papa hat eine neue Wohnung, in der du auch ein Kinderzimmer
haben wirst. Ich bleibe hier mit dir in der Wohnung wohnen. Gleich
bleibt dein Weg zum Kindergarten, deine Freunde und dass Oma und Opa
dich jeden Freitag abholen. Wir lieben dich beide und werden uns
weiterhin beide um dich kümmern.“

Wichtig ist, dass du deinem Kind in dem Gespräch nicht nur das vermittelst, was
sich ändert, sondern auch das, was für es in Zukunft gleich bleibt.
So dass es nicht das Gefühl hat, dass sie alles in seiner Welt komplett ändern wird.

3: Was du tust, ist wichtiger als das, was du sagst

Ich weiß, dass viele Eltern große Angst vor dem Gespräch mit ihrem Kind haben. Denn ich hatte das damals auch. Aber diese Angst wird vielleicht kleiner, wenn du dir bewusst machst: Dieses Gespräch ist nur eines von vielen. Dein Kind wird dich in Zukunft noch oft Sachen über die Trennung fragen und das ist auch gut, wenn ihr da im Gespräch bleibt. Von daher: Ja, dieses Gespräch ist wichtig, aber es ist nicht das einzig wichtige.

Viel entscheidender ist, dass du das auch lebst, was du deinem Kind vermittelst. Wen du deinem Kind sagst: „Wir sind als Eltern weiterhin beide für dich da und haben dich lieb“, dann musst du das deinem Kind im Alltag auch zeigen. Indem du Zeit mit ihm verbringst und dich gut um es kümmert.

Ich finde noch sehr wichtig dem Kind zu vermitteln, dass es an der Trennung keine Schuld trägt. Du könntest zum Beispiel sagen: „Das ist eine Sache zwischen uns Eltern, du als Kind hast daran keine Schuld. Und du kannst leider daran auch nichts ändern.“ Damit entlastest du dein Kind enorm.

Es kann gut sein, dass bei dem Gespräch Tränen hochkommen. Das darf auch so sein, mach dir dafür keine Vorwürfe. Denn dein Kind merkt ja sowieso, dass du traurig bist.

Im Pendelkinder-Podcast empfehle ich dir noch zwei Bücher, die Kindern helfen können, die Trennung besser zu verstehen. Du findest sie hier auf dem Blog in diesem Artikel. Und weitere Buchtipps von mir zum Thema Trennung findest du auf meiner Übersichtsseite hier an dieser Stelle.

Finde deinen eigenen Weg – beim Trennungsgespräch und auch sonst. Denn jede Trennung und jedes Kind ist anders.

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Christina